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Im neuen Bildungsplan für die Realschulen sind vier sogenannte „TOPe“ verankert, das sind themenorientierte Projekte. Laut Bildungsplan gehören sie „zum Regelangebot der Realschulen und sind ein wesentlicher Bestandteil ihres Profils. Neben Fächern und Fächerverbünden bilden sie eine eigene Unterrichtskategorie.
Sie werden als fächerübergreifende Pflichtprojekte über die sechs Jahre Realschule angeboten. Die Realschule erweitert so die Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler und bietet eine nachhaltige Hilfestellung für Lebensplanung und berufliche Orientierung. … Schülerinnen und Schüler werden in den Unterrichtsprozess eingebunden. … “
Ein TOP ist das TOP „Soziales Engagement“.
Es hat - laut Bildungsplan RS - das Ziel, „Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Menschen zu wecken und zu fördern. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, eigene Stärken und Schwächen kennen zu lernen … und die eigene Sozialkompetenz zu stärken.“
Als Kompetenzen und Inhalte werden genannt:
Die Schülerinnen und Schüler können
eigene soziale Fähigkeiten erkennen und für andere einsetzen
durch ihr Verhalten gemeinschaftliches Leben in ihrem Umfeld fördern
ihre Klassen- und Schulgemeinschaft als soziales Gefüge begreifen und lernen förderliche Einwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für die Gemeinschaft kennen und einzusetzen
Konflikte partnerschaftlich lösen
soziale Einrichtungen erkunden und darstellen (Lerngang, Exkursion)
über ihr soziales Engagement reflektieren und es dokumentieren
für andere verlässlich Verantwortung im ehrenamtlichen Bereich (in der Schule, in Vereinen, in Kirchen und als (Junior-)Mentoren) übernehmen
zu sozialem Engagement einen eigenen Standpunkt einnehmen und darüber reflektieren.
In den letzten Jahren hat sich im Bereich des sozialen Lernens bereits Einiges getan: Markttage und Foren zum Sozialen Lernen an Schulen wurden veranstaltet und fanden großen Anklang, viele Anregungen in der schulischen Praxis umgesetzt. Während die Einen die Notwendigkeit empfanden eher präventiv an ihren Schulen tätig zu werden, bekamen die Anderen bereits deutlich vor Augen geführt, was Elternhaus und Gesellschaft versäumt hatten.
An vielen Schulen wurden in den letzten Jahren, häufig durch Initiative der Religionslehrer, vorzugsweise in Klassenstufe 8 mit ihrem einstündigen RU in Kooperation mit den katholischen Kollegen und Ethik, die drei mittlerweile „klassischen“ Bereiche des sozialen Engagements erprobt: Sozialpraktikum außerhalb der Schule (in einer sozialen Einrichtung), Junior-Schülermentorenausbildung (innerhalb der Schule, durch die kirchlichen Jugendwerke) und Kooperation mit einer Sonderschule. Daneben wurden erlebnispädagogische Maßnahmen, Streitschlichterausbildung und Vieles mehr Bestandteil schulischen Miteinanders.
Soziales Engagement geht alle an!
Mittlerweile sind die Möglichkeiten für TOP SE beachtlich und die Rahmenbedingungen fest umschrieben:
zeitliche Befristung, definierter Anfangs- und Endpunkt (innerhalb eines Schuljahres)
eine ganze Klasse, Klassenverbund (=Entscheidung der Schule)
vorausgehende Planung (Klassenkonferenz, Abstimmung mit dem Schulleiter)
eindeutige Aufgabenstellung, Verantwortung und Zielsetzung der Gruppe
2 Wochenstunden, ca. 72 Jahresstunden (darauf haben die Schüler Anrecht - davon in der Regel 18 Praxisstunden, keinesfalls weniger als 15!)
Integration in die beteiligten Fächer
Ein Fach kann die Funktion eines Leitfaches(nicht unbedingt notwendig) übernehmen. Sinnvoll ist eine „Leitperson“(Teamleiter/in), die die Fäden in der Hand hält)
Präsentation mit anschließender verbaler Beurteilung und Ziffernote
Die Note im TOP SE ersetzt nicht die Fachnote in den beteiligten Fächern
TOP SE kann in einer der Klassenstufen 5 - 10 angesiedelt sein
Beteiligt sich der Religionsunterricht an TOP SE, muss die zuständige Schuldekanin oder der zuständige Schuldekan darüber informiert werden
Wird in der gewählten Klassenstufe Ethik nicht erteilt, kann sich das Fach Religionslehre nur dann beteiligen, wenn für die nicht am Religionsunterricht teilnehmenden Schülerinnen und Schüler die Zustimmung der Eltern und der Kirchen eingeholt wird (Gaststatus)
Je nach Projektidee und Zielformulierung können viele Fächer(-verbünde) Teile zum TOP SE beisteuern.
Um die Kompetenzen nachhaltig, nicht nur als TOP-SE(-Event) momentan, zu erzielen greift zusätzlich das Sozialcurriculum. TOP SE und Sozialcurriculum sollen sich gegenseitig vertiefen.
Übrigens: Sie werden mit TOP SE nicht allein gelassen: landesweit wurden Multiplikatoren für TOP SE im Schuljahr 2003/04 geschult, die sich in nächster Zeit an die Realschulen wenden und Fortbildungen anbieten werden und ganz sicher auch die Kollegen und Kolleginnen anderer Schularten gerne beraten.
Übrigens: Auch Hauptschulen und Gymnasien führen mittlerweile derartige Sozialpraktika durch. Die Schülerinnen und Schüler bewerten ihre Einsätze überwiegend positiv. Einige führen danach ihre Arbeit fort.
Ich wünsche Ihnen, Ihren Kollegien und Ihren Schülerinnen und Schülern gute und gemeinschaftsfördernde Erfahrungen mit TOP SE!
Gaby Kafka, Vorstandsmitglied der fg
Dipl. Religionspädagogin (FH)
Multiplikatorin für TOP SE im Landkreis Calw
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